Manipulation in Verhandlungen
Manipulation in Verhandlungen geschieht oft subtil – über Aufmerksamkeit, Emotionen und psychologische Prinzipien. Wer Manipulationsversuche nicht erkennt, läuft Gefahr, unbewusst beeinflusst zu werden. Doch wer die Mechanismen versteht, kann souverän reagieren und ethisch überzeugen, statt manipulativ zu handeln.
Inhalt
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Was Manipulation in Verhandlungen bedeutet
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Steuerung der Aufmerksamkeit als psychologischer Hebel
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Wie Gedanken und Assoziationen beeinflusst werden
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Nonverbale Reize und ihre Wirkung in Verhandlungen
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Sitzordnung und situative Einflussnahme
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Schlüsselreize: Was Menschen besonders empfänglich macht
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Die wichtigsten Prinzipien der Einflussnahme
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Ethik in Verhandlungen: Wo Überzeugung zur Manipulation wird
Was Manipulation in Verhandlungen bedeutet

Steuerung der Aufmerksamkeit als psychologischer Hebel
Wer gut überzeugen kann, nutzt die Wirkung der Gedanken. Er versucht die Aufmerksamkeit auf etwas zu führen. Denn das, worauf Menschen ihre Aufmerksamkeit richten, erscheint ihnen in diesem Moment auch besonders nützlich und wichtig. Das beeinflusst das weitere Denken. Jeder Gedanke, jede Idee ist in unserem Gehirn mit gemeinsamen Assoziationen vernetzt. Daher folgen auf bestimmte Gedanken auch bestimmte andere Gedanken im Gehirn. Überzeugen erfolgt nicht über direkte Manipulation auf unsere Botschaft, für die wir ein Ja wollen. Nein Überzeugen erfolgt schon vorher, indem wir die Assoziationen die sie haben, wenn sie unsere Botschaft hören schon im vorhinein steuern.
Ein Beispiel hierzu aus dem Alltag zeigt dieses Steuern. Fragen Sie einen Kunden doch einmal ob er hilfsbereit ist im Smalltalk. Die meisten werden hier ein klares Ja sagen. Diese beeinflussende Frage steuert auch danach ob der Kunde Ihnen mehr Informationen gibt, wenn Sie danach fragen oder nicht. Der Gedanke „Ich bin ja hilfsbereit“ ist im Bewusstsein des Kunden in dem Moment. Die Konzentration lag daher auf diesem Aspekt in dem Moment. Zudem möchte ein Mensch meistens konsistent sein. Er möchte verlässlich sein und für den Anderen auch so erscheinen. Wer sich also als hilfsbereit bezeichnet, kann ohne Imageverlust kaum da heraus wenn der Verkäufer danach eine Frage stellt oder um Hilfe bittet.
Wie Gedanken und Assoziationen beeinflusst werden
Und hier geht es um die non-verbalen Reize um in Verhandlungen zu überzeugen. Stellen Sie sich einmal vor Sie haben in der 1 € Lotterie eine Schokoloade gewonnen und Sie haben die Wahl zwischen 50 g und 100g Schokolade. Natürlich – Sie entscheiden sich für die 100g Schokolade.
Jetzt sehen Sie ein Bild von einer wunderschönen Praline bei den 50 g – und bei der 100 g Schokolade eine Kakalake aus SChokolade. 90% entscheiden sich spontan für die nicht rein rational erklärbaren 50g.
Nonverbale Reize und ihre Wirkung in Verhandlungen

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Sitzordnung und situative Einflussnahme
Setzen Sie sich weder so hin, dass sie direkt vor dieser Person oder nach dieser Person mit Reden dran sind. Die meisten Menschen sind in so einer Situation so sehr mit sich beschäftigt, und zwar damit was sie gleich sagen werden oder gesagt haben, sodass sie den Vorgängen bzw. Nachfolger kaum hören können. Wollen Sie, dass Ihre Botschaft von der entscheidenden Person gehört wird dann setzen Sie sich nicht direkt daneben. Im Umgekehrten Fall funktioniert dies aber auch wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Botschaft von einer Person kaum gehört wird – so setzen Sie sich direkt vor oder hinter diese Person.
Schlüsselreize: Was Menschen besonders empfänglich macht für Manipulation
Es gibt tatsächlich Schlüsselbegriffe, die die Aufmerksamkeit von Menschen erlangen und auch binden. Die wirksamsten Begriffe die überzeugend sind haben mit unseren Urinstinkten des Überlebens zu tun. Sexuelle sowie mit Gewalt verknüpfte Reize sind sehr überzeugend. Genauso überzeugend ist der Reiz von Neuem (Bsp. Iphone) wobei diese eher kurzfristig sind. Länger anhaltende Reize die überzeugend wirken und Aufnerksamkeit erzeugt sind offene Geschichten, Geheimnisse oder wenn es um die Person selbst geht.
Möchte ein Mensch gerne Hilfsbereitschaft beim Gegenüber wecken, so sollte er einen Gedanken bei seinem Gegenüber wecken, das stark und positiv damit verbunden ist. Hier wäre der Gedanke über Zusammensein die bessere Wahl als der Weg über den Reiz Einzigartigkeit.
Die wichtigsten Prinzipien der Einflussnahme

Ethik in Verhandlungen: Wo Überzeugung zur Manipulation wird
Können diese Techniken auch zum Schaden anderern eingesetzt werden? Natürlich geht das, wenn es ohne Ethik eingesetzt wird. Es wird immer wieder Menschen geben, die dies wirklich zum Schaden anderer nutzt und versucht mit den Manipulationsversuchen, die keiner Ethik entsprechen, nicht erwischt zu werden. Aber genau das passiert. Die Folge ist Reputationsschaden. Mitarbeiter, die in Firmen arbeiten, die unethisches Verhalten als angemessen sehen kommen in den Konflikt zwischen ihrem Wertesystem und dem von ihnen abverlangten Verhalten. Der Stress, der dadurch entsteht bewirkt eine höhere Fluktuation und Burn-Out Raten. Übrigens, wer lernt, dass unethisches Verhalten normal und gesellschaftsfähig ist, wird dieses Verhalten auch gegen die eigene Firme zeigen. Es lohnt sich also mit diesen Techniken verantwortungsvoll mit Ethik umzugehen.
FAQ: Manipulation in Verhandlungen
1. Was ist Manipulation in Verhandlungen?
Manipulation bedeutet, gezielt psychologische Mechanismen zu nutzen, um Entscheidungen zu beeinflussen – oft ohne dass die andere Seite dies bewusst wahrnimmt.
2. Wie wird Aufmerksamkeit in Verhandlungen gesteuert?
Durch gezielte Fragen, Framing, emotionale Reize oder die Betonung bestimmter Aspekte. Das, worauf Menschen ihre Aufmerksamkeit richten, beeinflusst ihr Denken und ihre Entscheidungen.
3. Welche psychologischen Prinzipien werden häufig genutzt?
Reziprozität, soziale Bewährtheit, Sympathie, Verknappung, Konsistenz, Kompetenz und persönliche Relevanz zählen zu den stärksten Einflusshebeln.
4. Welche Rolle spielen nonverbale Reize?
Körpersprache, Sitzposition, Blickkontakt und visuelle Reize beeinflussen unbewusst die Wahrnehmung und Aufnahmebereitschaft von Botschaften.
5. Wie erkenne ich Versuche der Manipulation?
Achten Sie auf starke emotionale Trigger, künstliche Verknappung, übertriebene Dringlichkeit oder das gezielte Erzeugen von Verpflichtungsgefühlen.
6. Ist jede Form von Überzeugung Manipulation?
Nein. Überzeugung wird problematisch, wenn sie einseitig, verdeckt oder zum Schaden der anderen Partei eingesetzt wird. Transparente und faire Argumentation ist keine Manipulation.
7. Welche Risiken birgt unethische Manipulation?
Reputationsschäden, Vertrauensverlust, interne Konflikte, erhöhte Fluktuation und langfristige geschäftliche Nachteile. Es ist wichtig hier die Ethik zu beachten.
8. Wie kann man Manipulation professionell begegnen?
Durch Bewusstheit, kritisches Hinterfragen, Klarheit über eigene Werte und durch das Einfordern transparenter Argumente.

