Die Frau als VerkÀufer

Verkaufstraining Frau im Verkauf

Frauen im Verkauf – Ulrike Knauer (Verkaufstraining) im Interview

Das MĂ€nner und Frauen ganz unterschiedlich sind, ist uns nicht erst seit BĂŒchern wie „Warum MĂ€nner nie zuhören und Frauen schlecht einparken“ von Barbara und Allan Pease bekannt. Dass MĂ€nner und Frauen als VerkĂ€ufer allerdings komplett unterschiedlich handeln, das ist neu. Ulrike Knauer klĂ€rt ĂŒber die Unterschiede in ihrem Verkaufstraining auf und gibt im letzten Teil ihrer Interviewreihe einen etwas anderen Tipp fĂŒr den Verkauf: „Liebe Damen, flirtet doch mal!“

Lesen Sie im ersten Teil der Interviewreihe mit Ulrike Knauer (Verkaufstraining und Verkaufsseminar), warum Menschen ganz schnell entscheiden, ob ihnen ihr GegenĂŒber sympathisch ist: Körpersprache verstehen – Ulrike Knauer im Interview. In Teil zwei erklĂ€rt sie, warum eine fehlerhafte Körpersprache ganz schnell zu WidersprĂŒchen und unguten GefĂŒhlen fĂŒhren kann. WidersprĂŒche mit Hilfe von Körpersprache erkennen.

 

Warum Frauen im Verkauf super Chancen haben – Ulrike Knauer im Interview ĂŒber Verkaufstraining

Sie propagieren auch die Vorgehensweise des „innovativen und situativen“ Verkaufens. Was meinen Sie damit genau?

Hier geht es darum, den jeweiligen Kunden in einer bestimmten Verkaufssituation besser zu „lesen“ und zu verstehen. Jeder Kunde hat seine eigenen, ganz persönlichen Vorlieben, sich Produkte erklĂ€ren zu lassen und mehr ĂŒber Modelle oder Varianten zu erfahren. Manche Menschen benötigen einen direkten emotionalen Zugang, andere wiederum können sich erst nach dem Liefern von detaillierten Zahlen und Fakten entscheiden – auch wenn wir von der Gehirnforschung wissen, dass auch diese KĂ€ufertypen im Grunde emotional entscheiden. Aber sie brauchen eben die Basis der Produktdetails, also ist es wichtig, diese als VerkĂ€ufer zur VerfĂŒgung zu stellen. Dies erklĂ€re ich ausfĂŒhrlich im Verkaufstraining.

Unterschiedliche Kundentypen haben auch unterschiedliche AnsprĂŒche an den VerkĂ€ufertypus, dem sie ihr Vertrauen schenken wollen. Und hier kommt die erste situativ wichtige Entscheidung. Es geht nĂ€mlich auch um die Grundsatzentscheidung: Mann oder Frau als VerkĂ€ufer. Es gibt Kunden, die sich lieber von einem mĂ€nnlichen VerkĂ€ufer bedienen lassen. Andere Kundentypen wiederum können vermutlich den Argumenten oder dem speziellen Charisma einer Frau besser folgen. Die Frage ist also: Wer bringt die Botschaft in diesem speziellen Fall ideal an den Kunden? Wer ist besser geeignet, den Abschluss zu holen? Um hier innovativ und eben auch situativ richtig entscheiden zu können, ist es wiederum sehr nĂŒtzlich, die Technik des „Mit den Augen Hörens“ zu beherrschen, um die Situation, in der man sich als VerkĂ€ufer gerade befindet, richtig zu beurteilen.

Mit den Augen hören, Körpersprache verstehen
Körpersprache verstehen

Verkaufstraining und Verkaufsseminar Ulrike Knauer

Mit Ulrike Knauer und Ihrem Buch „Mit den Augen hören“
lernen Sie die Sprache des Körpers zu verstehen. (Bild: © Ulrike Knauer)

Handeln Frauen und MĂ€nner im Verkauf unterschiedlich?

Ja, Frauen erklĂ€ren und verhandeln definitiv anders als MĂ€nner. Das erlebe ich immer wieder im Verkaufstraining. Daher erreichen sie bei manchen Kundengruppen einfach mehr. Das kommt oft aus der Erziehung. Frauen wird einfach mehr „Empathie“ anerzogen und können diese dann auch vermehrt einsetzen – und somit intuitiv schneller verstehen, was der Kunde denkt. Dagegen ist der Mann wettbewerbsorientierter und weniger empathisch, was nicht heißt, dass nicht beide Seiten beides lernen können. Hier wĂ€re es jedoch ein Fehler, von dem Schluss auszugehen, dass MĂ€nner lieber von MĂ€nnern beraten werden. Oder Frauen in einem VerkaufsgesprĂ€ch lieber mit Frauen zu tun haben. Von vorgefertigten Annahmen auszugehen, bringt gar nichts. Worum es geht, ist die Beantwortung der Frage, wie ein Kunde emotional erreicht werden kann. Es zĂ€hlt die Entwicklung einer emotional zielfĂŒhrenden Ansprache auf allen Ebenen. Die meisten VerkĂ€ufer sind leider nach wie vor mĂ€nnlich. Ich bin der festen Überzeugung, dass gerade deswegen viele potentielle VerkĂ€ufe nicht abgeschlossen werden. Denn, viele Menschen, auch die meisten Vertriebsverantwortlichen in Unternehmen, sind nach wie vor der Meinung, dass MĂ€nner sich im Vertriebsalltag besser behaupten können als Frauen. Vor allem wird dem vermeintlich starken Geschlecht mehr Abschlusskompetenz nachgesagt. Das ist aus meiner Erfahrung aus dem Verkaufsseminar ganz und gar nicht so. Dabei geht es gar nicht darum, Frauen im Verkauf besonders zu fördern. Vertrieb ist und bleibt eine Sache des Wettbewerbs. Kluge Vertriebsleiter im B2B-Bereich, wie auch im Einzelhandel, sollten jedoch beginnen, diese so unterschiedlichen Potenziale von MĂ€nnern und Frauen kombiniert zu nutzen. Nicht gegeneinander, sondern gemeinsam fĂŒr den Erfolg eines Unternehmens! Und auch ihr Verkaufsseminar gemischt anbieten.

Sie haben einmal in einem Artikel gesagt „Nur starke Frauen streben den Verkauf“ an. Ist das wirklich so, und warum?

Ja, das kann ich bestĂ€tigen. FĂŒr Unternehmen lohnt es sich definitiv, zunehmend weibliche VerkĂ€ufer zu beschĂ€ftigen. FĂŒr mich steht fest: Nur starke Frauen gehen in den Verkauf. Wenn sich eine Frau den hohen Herausforderungen und der WettbewerbsintensitĂ€t des Verkaufsalltags stellt, dann tut sie dies ganz bewusst und beweist damit ein extrem starkes Wollen. Daraus folgt dann: Gerade weil nur „starke Frauen“ in den Verkauf gehen, sind sie dort vielen ihrer mĂ€nnlichen Kollegen eindeutig ĂŒberlegen. Das ist absolut nicht als Geschlechterkampf zu verstehen, sondern ist nachweislich verkaufspsychologisch begrĂŒndet. NatĂŒrlich treffen diese Frauen dann „draußen an der Verkaufsfront“ ĂŒberwiegend auf mĂ€nnliche Kollegen oder eventuell auch Kunden. Mit den zusĂ€tzlichen „Zutaten“ Charme, weibliche Intuition und einer generell breiteren und instinktiveren Kommunikation sowie dem besseren Beherrschen des „Mit den Augen Hörens“ kreieren die Damen dann normalerweise eine höhere Abschlusswahrscheinlichkeit.

Es gibt einen bestimmten Effekt, den weibliche VerkĂ€ufer im VerkaufsgesprĂ€ch mit mĂ€nnlichen Kunden zu ihrem Vorteil nutzen können. – Entspricht es wirklich den Tatsachen, dass erotische Gedanken vor einer Verkaufsverhandlung deren Verlauf fĂŒr VerkĂ€uferinnen positiv beeinflussen kann?

Ja, das entspricht absolut den Tatsachen. Verkaufen und Verhandeln kann durchaus erotisch sein, wie ein Experiment beweist, das unlĂ€ngst eine grĂ¶ĂŸere Gruppen von Frauen im Rahmen eines Verkaufstrainings gemacht hat: Jedes Mal, wenn eine der Damen vor einem GesprĂ€ch intensiv an Sex gedacht hat – nicht mit dem jeweiligen GesprĂ€chspartner, sondern dem eigenen Freund, Ehemann oder Wunschpartner – war das folgende GesprĂ€ch viel sympathischer, emotionaler, intensiver und vor allem vertrauter. Und: die Abschlusschancen stiegen an!

Dieses Experiment hat in jedem Einzelfall funktioniert – und zwar bezogen auf die GesprĂ€chsatmosphĂ€re, das menschliche und kommunikative Miteinander. NatĂŒrlich fĂŒhrt der Gedanke an Sex allein nicht zum Abschluss, das wĂ€re zu einfach. Aber, diese Gedanken helfen scheinbar, die Voraussetzungen zu optimieren! Der Effekt konnte sowohl bei einstĂŒndigen GesprĂ€chen mit teilweise intensiven Verhandlungen als auch in Zweiminuten-Talks an der Kasse nachgewiesen werden. Denn das einzige, was die Damen vor jedem GesprĂ€ch gemacht haben, war, intensiv an Sex zu denken und dabei das mĂ€nnliche GegenĂŒber anzuschauen, bevor sie mit ihm ins GesprĂ€ch kamen. Das Ergebnis: Die MĂ€nner Ă€nderten komplett ihr Verhalten, lĂ€chelten, waren freundlicher, charmant und sympathisch. Flirtmodus statt Dominanzgehabe, so lĂ€sst sich der Effekt zusammenfassen.

Da die meisten Menschen gerne flirten und sich in aller Regel positive Erinnerungen um Flirtsituationen ranken, wird der Effekt sogar noch verstĂ€rkt. Das limbisches System teilt der Ratio mit „entspann Dich“. Daraufhin Ă€ndert sich unbewusst das Verhalten. Das löst „Flirtstimmung“ auf beiden Seiten aus.

Wie wir ja schon festgestellt haben, hĂ€ngt Erfolg im Verkauf weitgehend von einer funktionierenden Beziehungsebene ab. Die Ergebnisse dieses Experimentes können also fĂŒr weibliche VerkĂ€uferinnen ein echtes Geheimrezept auf dem Weg zum Erfolg darstellen. Dort, wo Vertrauen und NĂ€he vorhanden ist, wird leichter gekauft! Aber Vorsicht: Der Effekt funktioniert ausschließlich bei Frauen im GesprĂ€ch mit MĂ€nnern. Umgekehrt lösen MĂ€nner, die an Sex und Erotik denken, eher unangenehme GefĂŒhle bei Frauen aus, wenn zwischen beiden nicht schon eine Beziehung besteht. Die Herren der Schöpfung mĂŒssen also weiterhin ihre bisher bewĂ€hrten Methoden im Verkauf anwenden und perfektionieren oder neue Ansatzpunkte finden. Wie zum Beispiel das „Mit den Augen Hören“ 


Lesen Sie im ersten Teil der Interviewreihe mit Ulrike Knauer, warum Menschen ganz schnell entscheiden, ob ihnen ihr GegenĂŒber sympathisch ist: Körpersprache verstehen – Ulrike Knauer im Interview. In Teil zwei erklĂ€rt sie, warum eine fehlerhafte Körpersprache ganz schnell zu WidersprĂŒchen und unguten GefĂŒhlen fĂŒhren kann. WidersprĂŒche mit Hilfe von Körpersprache erkennen – Ulrike Knauer im Interview.

Über Ulrike Knauer

Ulrike Knauer ist Vortragsrednerin, Trainerin und Autorin und gilt als Expertin fĂŒr das Thema „Werteorientierter Spitzenverkauf“ und fĂŒhrt Verkaufstraining effektiv mit viel Humor durch. Sie weiß und zeigt, was der Kunde denkt. Ulrike Knauer war lange Jahre erfolgreich im Bereich internationaler Marktaufbau tĂ€tig, unter anderem fĂŒr die englische Post „Royal Mail“ als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin in sieben LĂ€ndern. Weitere beruflich weichenstellende Stationen stellten ihr Engagement als Direktorin bei der Berlitz Sprachschulen GmbH und ihre TĂ€tigkeit als Key Account Managerin bei Sixt dar.

Ihre unterhaltsamen und praxisnahen Keynotes ĂŒberzeugen und reißen ihre Zuhörer mit. Ihre Verkaufstraining und Verkaufsseminar zeichnen sich durch hohes psychologisches Know-how, fundiertes Fach- und Praxiswissen sowie geballte Motivationskraft aus. Praktisch und praxisorientiert zeigt sie FĂŒhrungskrĂ€ften und Mitarbeitern – auch in englischer Sprache – wie mit Selbstbewusstsein und Kompetenz Abschlussquoten von ĂŒber 90 Prozent zu erreichen sind. Eine Quote, die Ulrike Knauer in ihrer langjĂ€hrigen TĂ€tigkeit in der Praxis regelmĂ€ĂŸig erreicht und bewiesen hat. Die mehrfache Autorin (u. a. „Was Top VerkĂ€ufer auszeichnet – Vertriebserfolg mit Ethik statt Abzocke“, „Mit den Augen hören – Mit allen Sinnen die Sprache des Körpers verstehen) lebt heute in Österreich (Verkaufstraining).

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