Preispsychologie oder psychologische Preisgestaltung. wie gestalten Sie psychologische Preise? Psychologie der Preise

Wie Preispsychologie wirkt – anhand des 4P Modells

Wie Preispsychologie beim Kunden wirkt und welche psychologischen Prozesse dahinterstehen – mit der entsprechenden Beeinflussung – darüber machen sich viele immer wieder Gedanken in der Vertriebspsychologie. Kunden reagieren nicht wie ein PC – also nicht rational sondern als Menschen mit Gefühlen, Emotionen und Empfindungen. Genau dadurch bestimmt die Psychologie der Preise unsere Wahrnehmung der Welt und unsere Reaktionen auf diese Reize. So eben auch beim Preis. Die Psychologie der Preise beschäftigt sich mit dem Preis selbst als Reiz und dem damit ausgelösten Kundenverhalten.

Wie viele Verkäufer denken der Preis ist das wesentliche Kriterium für die Kaufentscheidung des Kunden. Für Kunden stellt der Preis nicht selten als das wesentliche Kaufentscheidungskriterium dar. Für Unternehmen hingegen hat der Preis die größte Hebelwirkung auf die Profitabilität und das Wachstum. Doch wie lassen sich Preise optimal gestalten, wenn das Kundenverhalten nicht ausschließlich von der Preishöhe abhängt, wie die mikroökonomische Idealvorstellung postuliert, sondern die psychologische Preisgestaltung durchaus Einfluss hat?

Preispsychologie ,99 Euro

Eine bekannte Preispsychologie ist die Endung der Preise auf „99“ oder auch die leuchtend roten „ANGEBOT!“-Schilder oder eben ein noch teureres Produkt neben ein schon teures Produkt zu stellen. Diese Preispsychologie ist inzwischen hinreichend bekannt und die Aufzählung ließe sich viel weiter verlängern.

Das Wissen über praktische Stellhebel und theoretische Grundlagen zeigt in der Praxis und Wissenschaft ein Puzzle der Preispsychologie. Ganzheitlich betrachtet beschreibt die Preispsychologie nicht nur die Wirkungen einzelner Maßnahmen eines Unternehmens auf das Verhalten ihrer Kunden, sondern versucht die bestimmten Reaktionen von Kunden auf die Preisreize zu erklären. Über das 4P-Modell kann man eine Bewertung der Preisgestaltung durchführen und somit die Einflussfaktoren bei der Preisgestaltung besser bewerten.

psychologische Preisgestaltung: das 4-P-Modell

Für die Gestaltung des Preises wird häufig das 4 P Modell der Preispsychologie verwendet. Es geht hierbei darum 4 verschiedenen Punkte zu berücksichtigen und entsprechend zu bewerten:

  • Parameter
  • Profit
  • Prozesse
  • Phänomene
Rabatt Preiserhöhung Preispsychologie

Parameter als Teil der Bewertung in der Preispsychologie

Beim Parameter wird das reine Preisdesign als Ausgangspunkt genommen. Nehmen Sie an, Sie wählten die Gestaltung der letzten beiden Preisziffern („9er-Preise“) aus und bewerten nun die Entscheidung einen aktuellen Preis von 1,90 Euro auf 1,99 Euro zu erhöhen bzw. auf 1,89 Euro zu senken. Sie setzen hiermit 2 Preise fest, die sie mit den nachfolgenden Parametern bewerten können im Vergleich.

Profit als Teil der Bewertung der Preispsychologie

Wenn der Profit als Bewertungskriterium für das Preisdesign hinzugefügt wird, geht es um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Preisänderung. Es wird untersucht, ob die zusätzliche Marge der Preiserhöhung in Summe den reduzierten Deckungsbeitrag der Preissenkung bei erhöhter Nachfrage übersteigt. Also in dem Beispiel wie schaut die Marge bzw. der Profil bei dem Preis von 1,99 Euro oder 1,89 Euro aus.

Prozesse als Teil der Bewertung

Als Prozesse werden hier die psychologischen Mechanismen bezeichnet. Also wie der Kunde Preis und Psychologie miteinander vernetzt – natürlich unterbewusst. Sie sind das Ergebnis der Wirkung beim Kunden und damit der Mittelteil des 4P Modells für die Preisgestaltung. Hier kann man natürlich entsprechende Pilottests durchführen und die psychologische Wirkung messen.

Phänomene als Teil der Bewertung

Phänomene sind die Reaktion des Kunden auf die psychologische Preisgestaltung. In obigem Beispiel wird die Preiserhöhung die Kaufwahrscheinlichkeit der Konsumenten sehr wahrscheinlich nicht verändern. Die Preissenkung hingegen wird die Nachfrage nach dem Produkt stärker erhöhen als eine Preissenkung um einen halben Prozent vermuten lassen würde. Das wird in die Bewertung mit aufgenommen.

So ergibt sich eine Bewertung, die nicht ausschließlich auf Margen und Zahlen beruhen, sondern eben auch auf den psychologischen Faktor der Preisgestaltung.

Holen Sie sich ein Coaching für Vertrieb

ANMELDUNG ZUM NEWSLETTER

newsletter-ulrike-knauer-verkaufstraining-positionierung-verhandlungstraining-verkaufsschulung-verhandlungsschulung-training-consulting


VERKAUFSSEMINARE & VERHANDLUNGSSEMINARE


Ähnliche Beiträge

  • Digitalisierung im Vertrieb und Transformation im Vertrieb

    Fast jeder kennt den Begriff „Customer Journey“ und doch geht es nicht darum die Ideale Reise des Kunden nachzuzeichnen. Es gibt nicht mehr den typischen Kunden sondern vielmehr den individuellen Kunden. Die digitale Transformation im Vertrieb kann nicht nur Prozessoptimierung als Grundlage haben. Viel wichter ist es, die Chance zu ergreifen den Kundennutzen als Denkhaltung im Unternehmen und vor allem bei allen Mitarbeitern, zu verankern.

  • Cross – Selling das Tool zum Erfolg

    Warum Cross-Selling und Up-Selling schnellere Erfolge im Vertrieb bringen Cross Selling und Up Selling ist sicher die schnellere Methode, um im Vertrieb den Umsatz sowie die Margen zu erhöhen. Nur warum hilft Cross-Selling und Up-Selling  dabei? 2% der Verkäufe werden beim ersten Kontakt abgeschlossen 3% der Verkäufe werden beim zweiten Kontakt abgeschlossen 5% der Verkäufe werden beim dritten Kontakt abgeschlossen 10% der Verkäufe werden beim vierten Kontakt abgeschlossen 80% der Verkäufe werden beim 5. bis 12. Kontakt abgeschossen! Jetzt können Sie die Schlagzahl beim täglichen Verkauf durch mehr Kontakte bei vielen Kunden erreichen, oder Sie fangen an bei Ihren bestehenden Kunden das Cross-Selling und Up-Selling zu forcieren. Was ist Cross…

  • Soziale Medien: neuer Kanal zur Kundenakquise durch Social Selling

    Kundenakquise im Wandel durch Social Selling 

    Wie soziale Medien neue Wege zur Kundenakquise eröffnen. Wer beim Social Selling grundlegende Punkte beachtet, pusht seine Verkaufschancen. Durch die Digitalisierung verändert sich der Vertrieb rasant. Das gilt insbesondere für digitale Kanäle, die klassische Methoden der Kundenakquise erweitern. Es zeigen sich gerade auf Linkedin Social Sale neue zusätzliche Wege zur Lead-Generierung  durch moderne Methoden der BtB-Akquise. Es ist nicht neu, dass Einkäufer das Internet zur Recherche von potenziellen Lieferanten nutzen. Die Customer Journey hat sich verändert und Kunden sind viel informierter als in der Vergangenheit.

  • Macht in Verhandlungen

    Macht im Verhandlungsgespräch mit Polemik: Lassen Sie sich provozieren von diesen Spielen? Verhandlungsoffensive – Macht in Verhandlungen: „Diese Schuhe haben Sie schon lange nicht mehr geputzt, oder?“ Wow das sitzt. Sofort steigen beim Vertriebler Zweifel auf. „Was stimmt denn mit meinen Schuhen nicht? Was meint der?“ Der Stress steigt in seinen Kopf und alle in diesem Verhandungsgespräch Anwesenden wissen, wie er kocht. Dabei geht es doch nur um Macht in Verhandlungen und das Ziel ist es ja, das Gegenüber eben mal unter Stress zu setzen. Wie gehen Sie mit Macht in Verhandlungen um? Wer mag schon so einen persönlicher Angriff zu Beginn einer Verhandlung? Oder wenn der Einkäufer eben mal…

4 Kommentare

  1. Pingback: Wachstum über Menge Prei -serhöhung? Wie oft erhöhen Sie den Preis
  2. Pingback: Preis feilschen - Preisverhandlung auf höchstem Niveau

Die Kommentare sind geschlossen.